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    McDaid's pub, Harry's Street, Dublin McDaid's pub, Harry's Street, Dublin

    Dublins literarische Pubs

    Wunderschön, historisch und legendär – Dublins Pubs sind nicht nur großartige Orte, um einen entspannten Abend zu verbringen, sondern seit Jahrhunderten das Zentrum des literarischen Lebens der Stadt, so Turtle Bunbury.

    • #Dublin
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    Turtle Bunbury | Bilder von Thérèse Aherne
    Grafschaft Dublin
    Grafschaft Dublin
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    Frieden ist ein schwer fassbarer Geisteszustand. Außer meiner Badewanne zuhause ist einer meiner Lieblingsorte, um friedvollen Trost zu finden, das Pub. Das hört sich seltsam an, ich weiß. Wer geht schon in ein Pub, um Frieden zu finden?


    Aber wenn ich auf die vergangenen Jahrzehnte zurückblicke, erkenne ich, dass einige meiner ruhigsten, friedvollsten Momente in irischen Pubs stattfanden, ein Pint Guinness oder ein Glas irischen Whiskey neben mir, einen Stift in der Hand, um Geschichten zu schreiben, die mir gerade in den Sinn kamen.

    Das Pub und der Stift. Sie gingen immer Hand in Hand und gehören zusammen. Besonders in Dublin. Das geschriebene Wort, schöpferische Erzählungen und Literatur sind ein wichtiger Bestandteil von Dublins DNA und liegen der Stadt im Blut
    .

     

    Aus diesem Grund ist die Stadt so berühmt für ihre Dramatiker, Dichter und Autoren, von Jonathan Swift über Oscar Wilde bis hin zu Sally Rooney.

     

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    The Long Room, Trinity College Dublin © Tourism Ireland

    Ich vermute, dass die irische Liebe zur Literatur ihre Ursprünge bei den frühen christlichen Mönchen hat, die so magische Geschichten wie die Reisen des heiligen Brendan über den Atlantik heraufbeschworen, oder den Schriftgelehrten und Illustratoren, die zusammenarbeiteten, um atemberaubend schöne Werke wie das Book of Kells, ein kostbares Manuskript aus dem 9. Jahrhundert, das im Trinity College Dublin ausgestellt ist, zu erschaffen.

     

    Um die tiefgreifende Verbindung Dublins zum geschriebenen Wort wirklich zu verstehen, begeben Sie sich einfach in die Old Library im Trinity College, schließen Sie Ihre Augen und atmen Sie den modrigen Duft von 200.000 sehr alten Büchern ein. Seit 1801 hat das College ein Recht auf ein kostenloses Exemplar aller in Irland oder im Vereinigten Königreich veröffentlichten Bücher.

     

    Das gleiche Gefühl verspüren Sie, wenn Sie in der wundervollen Bibliothek von Narcissus Marsh bei der St. Patrick’s Cathedral oder in der Edward Worth Library neben dem Kilmainham Gaol vorbeischauen.

     

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    Book of Kells Exhibition, Trinity College Dublin

    Alles dreht sich hier um Bücher

    Daher ist Dublin eine UNESCO-Literaturstadt mit einem jährlichen Buchfestival sowie einem inoffiziellen Literaturfeiertag, dem Bloomsday, der jedes Jahr am 16. Juni zu Ehren von James Joyces gefeiertem Roman Ulysses, der vor über 100 Jahren veröffentlicht wurde, stattfindet.

    Daher sind drei der Brücken über den Fluss Liffey nach Schriftstellern benannt: Joyce, Sean O'Casey und Samuel Beckett.

     

    Daher ist die Stadt Heimat von über 40 Verlagen; daher bietet das Dublin City Council einen der höchstdotierten Literaturpreise der Welt, den Dublin Literary Award im Wert von 100.000 €; und daher war Dublin das Zuhause von vier in Irland geborenen Literaturnobelpreisträgern: Samuel Beckett, George Bernard Shaw, William Butler Yeats und Seamus Heaney aus Sandymount.

    Literarische Größen

    Von links nach rechts: Marsh's Library; Museum of Literature Ireland (MoLI); James Joyce Centre; Samuel Beckett Bridge

    Eine Stadt der Schriftsteller und Dichter

    Dublin ist seit Hunderten von Jahren für seine Schriftsteller und Dichter berühmt. Der Haupteingang zum Trinity College wird von Statuen zweier vergangener Studenten flankiert, die im 18. Jahrhundert zu literarischen Ikonen wurden: Edmund Burke, der Champion der Aufklärung, und Oliver Goldsmith, ein Genie der Dichtung, Romane und Theaterstücke.

    Man muss jedoch darauf hinweisen, dass Goldsmith kein Musterschüler war. Als Tavernen-Enthusiast hat er seine Trinity-Tage damit verbracht, zu lernen, wie man trinkt, sich elegant kleidet, irische Lieder singt, Karten spielt und die Flöte beherrscht, kurz bevor er der Universität verwiesen wurde.

    Einer seiner Lieblingsorte war The Reindeer in der Nähe des heutigen Four Courts am Inns Quay. Wenn er nicht genug Geld hatte, um seine Getränke zu bezahlen, pflegte er, eine Ballade für Straßensänger zu verfassen, die im Pub gesungen wurde und das nötige Geld aufbrachte.


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    The Brazen Head, Lower Bridgestreet

    Literarische Verbindungen

    Das The Reindeer gibt es nicht mehr, aber von den rund 750 Pubs in Dublin werden viele Sie mit der wunderbaren Welt der irischen Schriftsteller verbinden.

     

    The Brazen Head behauptet von sich, Dublins ältestes Pub zu sein. Seinen Anfang nahm es als Herberge an den Toren der Stadt für Menschen, die am nächsten Tag Einlass nach Dublin begehrten. Zu seinen Stammgästen gehörte Jonathan Swift, der Autor von „Gulliver’s Travels“ („Gullivers Reisen“), der sehr heikel war, wenn es um sein Bier ging. Er schrieb unter dem Pseudonym Geoffery Jinglestaff und lamentierte einen kurzlebigen Trend im Jahr 1736, in London gebrauten Porter in Dubliner Pubs auszuschenken. Er beschrieb dieses Getränk als „nur für die Schweine angemessen“.


    Zwanzig Jahre später erinnerte sich der exzentrische Schriftsteller Thomas Amory an „viele wundervolle Abende“, die er in einem „charmanten kleinen Pub“ verbracht hatte, das als Conniving House bekannt war und sich in der Nähe des heutigen Sandymount Green befand. Seine Begleiter waren „der berühmte Larry Grogan, der den Dudelsack besonders gut beherrschte, [und] der liebe Jack Lattin, der auf der Geige unübertroffen war … Das Ale war hier immer außergewöhnlich wohlschmeckend und alles einfach perfekt.“


    Traditionelle Lokalitäten

    Von links nach rechts: ein ruhiger Nachmittag im Toner's; Oscar Wilde; St Ann's Church; traditioneller Vitrinenschrank im Toner’s

    Ein vampirischer Anfang

    Eine Gedenktafel außen am Bleeding Horse in der Camden Street ehrt den Horrorautor Sheridan Le Fanu, der das Pub als Schauplatz für einen Teil seines 1845 erschienenen Romans „The Cock and Anchor“ wählte. Le Fanus gotische Novelle „Carmilla“, eines der ersten Werke der Vampir-Romanliteratur, inspirierte den in Dublin geborenen Bram Stoker dazu, den weltberühmten Roman „Dracula“ zu schreiben, der das Genre nachhaltig prägte. Stoker, dessen Geist mit dem Bram Stoker Festival fortlebt, das jedes Jahr zu Halloween in Dublin stattfindet, hat sich weniger vampirmäßig auch gerne ein oder zwei Pints im Toner's in der Baggot Street gegönnt.


    In puncto literarischer Klatsch und Tratsch ist der Tag, als Bram Stoker Oscar Wildes Exfreundin in der St. Ann's Church in der Dawson Street heiratete, kaum zu übertreffen. Wilde, wohl der extravaganteste Dubliner aller Zeiten, beschrieb Arbeit einst als den „Fluch der trinkenden Klassen“.

     

    Er wuchs an der Adresse 1 Merrion Square auf und soll ein oder zwei Drinks im nahegelegenen Kennedy's in der Westland Row genossen haben, wo ein Wandgemälde seine zahlreichen literarischen Verbindungen hervorhebt, darunter Joyce, der einst Oscar Wildes Theaterstück „The Importance of Being Ernest“ („Ernst sein ist alles oder Bunbury“) in Zürich inszenierte.


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    Julianne Mooeny Siron, Marsh’s Library

    Dublin durchqueren, ohne an einem Pub vorbeizukommen

    „In den Pubs in Dublin waren schon immer alle Besucher einander gleichgestellt“, sagt Julianne Mooney Siron, Leiterin des Dublin Book Festival. „Viele der Pubs, die von Schriftstellern frequentiert wurden, haben sich ihre Atmosphäre der alten Welt bewahrt. Man kann sich leicht vorstellen, dass Joyce, Wilde und andere hier zusammenkamen, um ihre Werke zu diskutieren und dabei zuzusehen, wie die Welt an ihnen vorbeizog, stets auf der Suche nach Inspiration für ihre Gedichte und Geschichten.“

     

    Kennedy's befindet sich östlich von Finn's Hotel, das mittlerweile geschlossen wurde. Hier arbeitete Joyces zukünftige Frau Nora Barnacle als Zimmermädchen. Ihr Leben wurde von Nuala O'Connor in „Nora: A Love Story of Nora Barnacle and James Joyce“ fiktionalisiert. Dieses Buch wurde für One Dublin One Book 2022 ausgewählt, eine renommierte Initiative unter der Leitung des Dublin UNESCO City of Literature Office.


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    Ulysses ausgestellt im Davy Byrnes, Duke Street

    1922 veröffentlichte der In Dublin geborene James Joyce den Roman Ulysses, das bahnbrechende Buch für die irische Literatur des 20. Jahrhunderts, in dem wir Leopold Bloom, einem jüdischen Alltagsmann, folgen, der am 16. Juni 1904 durch Dublin spaziert. „Eine fast unmögliche Aufgabe: Dublin durchqueren, ohne an einem Pub vorbeizukommen“, sagt Bloom.

     

    Christopher Morash, der Seamus Heaney Professor of Irish Writing am Trinity College Dublin, stellt fest: „Es dauerte fast 90 Jahre (und mithilfe eines Computers), bis jemand diese Herausforderung meistern konnte.“


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    Ein Gemälde von James Joyce in Kehoe's

     

    Ein Porträt des Künstlers

    Joyces Werke waren eng verwoben mit Dublins Pubs. Während er dort trank, hörte er dem Geschehen um sich herum zu: der Sprache, den Scherzen, den Nuancen, dem Akzent, dem Humor jeder Geschichte. Und irgendwie hat er sich all dies eingeprägt, um es in zukünftigen Romanen zum Leben zu erwecken. Die typische bruchstückhafte Sprache seiner inneren und äußeren Dialoge klingt buchstäblich so wie das, was man hören würde, wenn man durch ein zum Brechen volles Pub geht und dabei Teile von allen möglichen Gesprächen aufschnappt.

     

    „Nicht umsonst wählte Joyce als Schauplatz seines letzten Romans „Finnegan’s Wake“ ein Pub“, fügt Professor Morash hinzu. Die wenigen Auserwählten, die sich mühevoll durch diesen Roman gearbeitet haben, könnten vielleicht einen Besuch im Mullingar House, Chapelizod, westlich des Stadtzentrums in Erwägung ziehen, bei dem es sich höchstwahrscheinlich genau um dieses Pub handelt.


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    Davy Byrnes, Duke Street

    Gorgonzola und ein Glas Burgunder

    Das wichtigste Pub für Joyce-Fans ist Davy Byrnes in der Duke Street, wo der gleichnamige Besitzer „in faltabgenähten Hemdsärmeln“ Bloom ein Gorgonzola-Sandwich und ein Glas Burgunder servierte. Dieses farbenfrohe Pub war seit der gälischen Renaissance ein Tummelplatz der Literati. Es kommt auch in Edna O’Briens Trilogie „The Country Girls“ vor, als die Protagonisten Baba und Kate sich hier ein Glas Pernod teilen.

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    Im Davy Byrnes, Duke Street

    Joyce verließ Irland im Jahr 1904, aber seine Heimat begleitete ihn stets in seinen Gedanken. Im späteren Leben schlug er sogar Guinness vor, dass das Unternehmen den Slogan „Guinness is Good for You“ durch seinen eigenen Slogan „Guinness – the free, the flow, the frothy freshener!“ ersetzen sollte. Das hat sich jedoch nicht durchgesetzt ...

    Joyces wichtigster Rechercheur, als er Finnegan's Wake schrieb, war der in Dublin geborene Samuel Beckett, der 1969 den Nobelpreis für Literatur erhielt. Die Freundschaft zerbrach, als Beckett die Annäherungsversuche von Joyces Tochter Lucia zurückwies.

    Beckett warnte vor der „Indiskretion und dem zerbrochenen Glas“ der Dubliner Pubs, soll aber dennoch im Kennedy's an der Westland Row den ein oder anderen Drink zu sich genommen haben, als er in den 1920er Jahren am Trinity College Literatur studierte.

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    Toner’s, Baggot's Street

    Von Nobelpreisdichtern bis zur katholischen Zensur

    Der Lyriker WB Yeats, der 1923 einen Nobelpreis erhielt, war in Bezug auf Pubs eher zurückhaltend, aber Oliver St John Gogarty nahm ihn mindestens einmal ins Toner’s in der Baggot Street mit. Wenn Sie an Yeats interessiert sind, besuchen Sie das Restaurant The Winding Stair am Ormond Quay. Es ist nach einem seiner Gedichte benannt und bietet einen herrlichen Blick über den Fluss Liffey.

    1925 ging der literarische Nobelpreis an einen weiteren Dubliner, den Dramatiker George Bernard Shaw, Autor von „Pygmalion“. Shaws letztes Zuhause in Dublin in der Harcourt Street ist jetzt in das Harcourt Hotel integriert, in dem sich die lebhafte D Two Bar befindet.


    Die Mehrheit der Anführer des Osteraufstands 1916 waren Dichter und Schriftsteller. Dies hinderte die irische Regierung nicht daran, 1929 das Censorship of Publications Act (Gesetz zur Zensur von Veröffentlichungen) zu erlassen, das dem Staat das Recht einräumte, alle als obszön oder anstößig erachteten Schriften zu verbieten. Die Gesetzgebung wurde durch den Wunsch der katholischen Kirche nach „einer einfachen Maßnahme für moralische Hygiene“ infolge „einer beispiellosen wahren Flut an Schund“ ausgelöst.

    Mehrere Schriftsteller, darunter Beckett und Liam O'Flaherty, dessen Roman „The Informer“ („Der Denunziant“) zu einem Oscar-prämierten Hollywood-Thriller unter der Regie von John Ford verfilmt wurde, verließen Irland in den 1930er Jahren.


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    Mulligan’s, Poolbeg Street

    Eine kreative Oase

    Währenddessen begannen andere Schriftsteller, Redakteure und Journalisten, sich in den Pubs in der Nähe des Hauptsitzes der führenden Zeitungen in Dublin zu treffen.

    Rustikale, traditionelle Pubs wie The Palace Bar in der Fleet Street und Mulligan’s in der Poolbeg Street, die heute noch immer existieren, wurden für eine neue Generation kreativer Seelen zu einem pulsierenden Zentrum einer Untergrundbewegung für Andersdenkende (es handelte sich dabei überwiegend um Männer, Frauen war der Besuch von Pubs immer noch so gut wie untersagt).

    Sie fanden ihre Muse inmitten von Rauch und Sägespänen, den fleckigen Holzböden und den tabakbraunen Wänden, den rudimentären Möbeln, den „Whiskey-Shorts“ und dem „Pint of Plain“.

    Wie sich der Korrespondent der Irish Times, Kevin Lehane, gerne erinnerte: „Patrick Kavanagh ließ sich im McDaid's in der Harry Street über so esoterische Themen wie professionelles Boxen, die Schönheit von Ginger Rogers oder den beklagenswerten Zustand von Gaelic Football in Ulster aus.

    Flann O'Brien äußerte sich im Neary's oder im Scotch House zu allen möglichen Themen ... Und Brendan Behan war einfach überall zu hören.“

    Lehane beobachtete auch, wie diese Männer jedes neue Pint „als etwas Kontemplatives ansahen und nicht nur als bloßes Getränk“.


    Dublin Pubs099-INSET 14 Dublin Pubs099-INSET 14

    Shelbourne Hotel, St. Stephen's Green

    Ein Magnet für Promis

    Ein opulenteres Etablissement war das Shelbourne Hotel, das auch in Ulysses vorkommt. Das 5-Sterne-Hotel beherbergte bereits Stars wie Rudyard Kipling, Charlie Chaplin, Julia Roberts und Seamus Heaney.

    Seine Geschichte schrieb die in Dublin geborene Autorin Elizabeth Bowen, und die Horseshoe Bar im Hotel ist der Schauplatz der Kurzgeschichte „Send My Roots Rain“ von Edna O’Brien aus dem Jahr 2011, in der eine alternde Bibliothekarin darauf wartet, dass Irlands herausragender Dichter vorbeischauen wird.


    Ruhige Momente in Dublins Pubs

    Von links nach rechts: 1824 Bar im Shelbourne Hotel; ein Buch und ein Pint in der Palace Bar; Buntglasfenster in der Palace Bar

    Kavanaghs Lieblingspub war die Palace Bar, die er als „der schönste Tempel der Kunst“ bezeichnete. Hier war stets „dichterisches Geplauder“ zu hören. Einer seiner beständigsten Begleiter in der Palace Bar war Brian O’Nolan, ein großartiger Satiriker, der unter den Pseudonymen Flann O’Brien und Myles na gCopaleen schrieb.

    Ein weiterer Favorit von Kavanagh war The Waterloo in der Baggot Street, ein Stadtteil, der von dem Dichter verewigt wurde und sich auf halbem Wege zwischen seiner sitzenden Statue am Grand Canal und der Raglan Road befindet, dem Schauplatz seines wohl berühmtesten Gedichts.


    Dublin Pubs087-INSET 16 Dublin Pubs087-INSET 16

    Grogan's (The Castle Lounge), South William Street

    „Ein Trinker mit einem Schreibproblem“

    Flann O’Brien wählte das Grogan’s in der South William Street als Schauplatz für einen der witzigsten Abschnitte seines Metafiktionsmeisterwerks „At Swim-Two-Birds“ („Auf Schwimmen-zwei-Vögel“), in dem drei Männer ein „Gefühl des körperlichen und geistigen Wohlbefindens“ erleben, indem sie „sich Gläser von Stout in [ihre] Körper einverleiben“.

    Tatsächlich gab es in ganz Dublin mehrere Pubs, die zu Recht behaupten können, dass Kavanagh und O’Brien „berühmte Gäste“ waren, zusammen mit anderen Pint-Liebhabern, darunter Anthony Cronin, JP Donleavy und Brendan Behan.


    Dublin Pubs063-INSET-17 Dublin Pubs063-INSET-17

    Simon O'Connor, Direktor des MoLI, St. Stephen's Green

    Brandon Behan war auf jeden Fall ein passionierter Pubbesucher. Eine Wortsuche durch seine „Interviews und Erinnerungen“ fördert das Wort „Pub“ 88 Mal zutage. „Ich mag Pubs, weil ich Menschen mag“, sagte er einmal. Und ein anderes Mal: „Ich bin ein Trinker mit einem Schreibproblem.“

    Behan, zu dessen berühmtesten Werken „Borstal Boy“ und „The Quare Fellow“ („Der Spaßvogel“) zählen, war Anstreicher von Beruf. In den frühen 1960er Jahren bot er an, ein neues Schild für The Cat and Cage in Drumcondra zu malen, das auch ein Favorit von Sean O’Casey war. Er und ein Freund leisteten jedoch so schlechte Arbeit, dass der Eigentümer nur die Hälfte des vereinbarten Betrages zahlte; die andere Hälfte erhielten sie schließlich im Pub in flüssiger Form.

    Simon O'Connor, Direktor des Museum of Literature Ireland (MoLI) am St. Stephen's Green, betont jedoch: „Wir sollten nicht zulassen, dass die trunkene Vergangenheit unserer Künstler die großartige Kunst, die sie geschaffen haben, überschattet. Behan war überaus witzig, wenn er betrunken war, aber es war der Alkohol, der ihn tötete und damit ein unglaubliches künstlerisches Talent viel zu früh auslöschte.“


    Szenen aus Dublins Pubs

    Von links nach rechts: McDaid's, Harry Street; Kehoe's, South Anne Street; die Bar in McDaid's

    Die Lieblingstrinkhöhlen

    Es gab einige Pubs, die Behan, Kavanagh und Konsorten mehr als andere besuchten. Davy Byrnes stand wieder ganz oben auf der Liste. Neary’s in der Chatham Street, Kehoe’s in der South Anne Street und The International in der Wicklow Street waren ebenfalls beliebt. Ihr literarisches Mekka war jedoch das enge McDaid's mit seinen hohen Decken in der Harry Street.

     

    Die Kasse im McDaid's hörte nicht mehr auf zu klingeln, als der Dubliner Bohemien John Ryan (ein Gründer des Bloomsday zusammen mit Flann O’Brien) eine kurzlebige literarische Zeitschrift namens Envoy in der nahegelegenen Grafton Street gründete. Mit Kavanagh, O’Brien, Donleavy, Behan und sogar Beckett als Mitwirkenden fanden sich die Herren wenig überraschend täglich zur Mittagszeit im McDaid’s ein, um ihre Geschäfte für den Rest des Tages in einer angenehmeren Umgebung fortzuführen.


    Dublin Pubs-INSET-19 Dublin Pubs-INSET-19

    The Long Hall, South Great George’s Street

    „McDaid's war nie bloß nur ein literarisches Pub“, erinnert sich Cronin. „Seine Stärke lag immer in Vielfältigkeit, Talent, Klasse, Kaste und Vermögen. Die Trennlinien zwischen Schriftstellern und nicht schriftstellerisch Engagierten, Bohemiens und Künstlern, Denunzianten und Revolutionären, Männern und Frauen, waren immer etwas verschwommen.“

    Ein anderes Pub, das Behan gut kannte, war The Long Hall an der South Great George’s Street, das sich gegenüber von Dockrells, dem Eisenwarenladen, in dem sein Vater arbeitete, befand. Hier trank die Rocklegende Phil Lynott während der Dreharbeiten zu dem Video für Thin Lizzys „Old Town“ seine Stouts.


    An der Wand hängt ein kleines Gedicht von Frank Holt mit dem Titel „In Praise of Guinness“:

    „In Dublin there’s a beauty that has no match,

    It is brewed in St. James’s, then thrown down the hatch.“

    Die Kultur willkommen heißen

    Von links nach rechts: The Ginger Man, Fenian Street; The Ginger Man Straßenschild; „The Doc“ im Mulligan's; Toner’s

    Die Schriftsteller und Dichter in Dublin fanden eine neue Enklave, als John Ryan selbst The Bailey in der Duke Street übernahm. Ryan behauptete, das Pub versehentlich bei einer Auktion gekauft zu haben, bei der er eigentlich einen Wasserkocher erstehen wollte. Er installierte die ursprüngliche Eingangstür von 7 Eccles Street, dem Zuhause von Leopold und Molly Bloom in Joyces Ulysses, im Pub.

     

     

    Ein weiterer Schriftsteller, der sich zusammen mit Behan und O'Brien den ein oder anderen Drink genehmigte, war der amerikanisch-irische Autor JP Donleavy. Von seinem kontroversen Klassiker „The Ginger Man“ aus dem Jahr 1955 wurden mehr als 45 Millionen Exemplare verkauft und der Roman war nie vergriffen.

     

    Das Buch, das dem Pub Ginger Man in der Fenian Street in der Nähe des Merrion Square seinen Namen gab, erzählt von den Abenteuern von Sebastian Dangerfield, einem vergammelten, frauenfeindlichen Studenten, der unter anderem Mulligans, Toner’s, The Bleeding Horse und Finnegan’s in Dalkey besucht.


    Treffen Sie die Einheimischen

    Von links nach rechts: Hugo Jellett im Kehoe’s; O’Neill’s; The Palace Bar; The Stag’s Head

    „Ein Dichter braucht ein Publikum“

    In der nächsten Generation trafen sich oft die mehrfach ausgezeichneten Dichter Seamus Heaney, Paul Muldoon, Derek Mahon und Michael Longley – die in den 1960er Jahren die Ulster Renaissance anführten – in der Cocktailbar des O’Neill’s in der Suffolk Street, während sie Studenten am Trinity College waren. Ebenfalls häufig anwesend war dabei der charismatische Brendan Kennelly, später Professor emeritus für moderne Literatur am Trinity College.

    Der Charme des Pubs war schon immer höchst anziehend für den schriftstellerischen Geist. Hugo Jellett, Direktor des Festival of Writing and Ideas, arbeitete in den 1990er Jahren mit Lilliput Press und O’Brien Press zusammen.

    „Ich verbrachte meine Zwanzigerjahre in literarischen Hochburgen wie Kehoe’s, Hartigan’s und Bowe’s. In Anwesenheit von Größen wie Flann O’Brien, dem allgegenwärtigen Geist von Brendan Behan und neu aufkommenden Schriftstellern wie Colm Tóibín, John Banville, Anne Enright, Sebastian Barry und Roddy Doyle war ich immer mittendrin und kam da nicht mehr weg.


    Ich wollte eigentlich Anwalt oder sonst etwas Nützliches werden. Stattdessen habe ich ein Literaturfestival ins Leben gerufen. So etwas passiert einem eben in Dublin. Die Stadt schlägt einen in ihren literarischen Bann und lässt nicht mehr los.“  „Pubs sind so sehr ein Teil der Stadt, dass es fast unmöglich ist, genau festzustellen, welche Bedeutung sie für die Schriftsteller und Dichter im Laufe der Jahre hatten“, fügt Morash hinzu. „Kavanagh stellte einmal fest, dass „ein Dichter ein Publikum braucht“, und für einige waren Pubs eine Bühne, während sie für andere ein ruhiger Ort waren, um gleichgesinnte Schriftsteller zu treffen.


    „Es gab auch Schriftsteller, für die das Dubliner Pub einfach nur eine Kulisse voller vielfältiger Besucher bot.“


    Die moderne literarische Ära des Pubs

    Der sich ständig weiterentwickelnde Roman / das Zweipersonenstück Two Pints von Roddy Doyle könnte in jedem beliebigen Pub seinen Schauplatz haben, während Szenen aus der fantastischen Filmversion seines Buches „The Commitments“ („Die Commitments“) im The Camden in der Lower Camden Street gedreht wurden.

    The Blackbird Pub an der Rathmines Road Lower ist der beliebte Studententreffpunkt, in dem sich Marianne, Connell und ihre Freunde in der Fernsehserie nach dem Roman „Normale Menschen“ („Normal People“) von Sally Rooney, dem Gewinner der Costa Book Awards 2018, trafen, um Billard zu spielen und ein paar Pints zu trinken.

    In dem Roman „Tender“ („Zärtlich“) von Belinda McKeon führt eine der Hauptfiguren ein fabelhaft qualvolles Interview in der beliebten Library Bar des Central Hotel in der Exchequer Street durch.


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    City Hall, Dame Street

    Eine Stadt voller Literatur

    Überall in der Stadt stoßen Sie auf literarische Verbindungen. Der Schöpfer von Sherlock Holmes, Arthur Conan Doyle, dessen Familie irisch war, wird durch die Doyle's Corner an der Kreuzung der Phibsborough und North Circular Roads am Nordufer des Flusses geehrt.

    Die nahegelegene Blessington Street ist der Geburtsort von Dame Iris Murdoch, der ersten irischen Schriftstellerin, die den Booker Prize gewann (für „The Sea, the Sea“ („Das Meer, das Meer“), 1978). Mehrere Szenen aus Christine Dwyer Hickeys gefeiertem Roman „Tatty“, der für One Dublin One Book 2020 ausgewählt wurde, spielen sich im Myos in Castleknock ab.

    Colm Quilligan begann 1988 mit dem preisgekrönten Dublin Literary Pub Crawl. Seitdem haben etwa 750.000 Menschen an der zweieinhalbstündigen Odyssee teilgenommen.


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    Auftritt von Colm Quilligan im The Duke, Duke Street

    „Wir konzentrieren uns auf Joyce, Wilde, Beckett und Yeats“, sagt er. „Aber es geht hier um mehr als nur einen Club der toten Dichter. Wir gehen dorthin, wo zeitgenössische Schriftsteller hingehen, und wir bringen Geschichten über heutige Autoren ein. The Duke, wo wir beginnen, liegt gleich um die Ecke vom Hodges & Figgis, dem legendären Dubliner Buchladen. Hier veranstalten Autoren wie Anne Enright, Roddy Doyle und John Boyne häufig ihre Buchpräsentationen, und das Post-Mortem für diese Einführungen findet unweigerlich im The Duke statt.“

    Wenn Sie jemanden sehen sollten, der im Pub liest, ist es vielleicht der MoLI-Direktor Simon O’Connor, der sagt: „Die Leute vergessen oft, dass Pubs großartige Orte zum Lesen sind, besonders tagsüber, wenn Sie eins ohne Musik oder Sport auf einem Fernseher finden können. Ich erinnere mich immer daran, wie ich eines Nachmittags bei einem Pint Stout eine Sammlung von Edna O'Brien zu Ende las und die Glocken der St. Patrick’s Cathedral bei den letzten Absätzen läuteten; ich fühlte mich, als sei ich gestorben und direkt in den Himmel gelangt.“


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    The Duke, Duke Street

    Literarische Erfahrungen in Dublin
    Dublin Literary Pub Crawl

    Hier bietet sich Ihnen eine fantastische Gelegenheit, einige der in diesem Artikel genannten Pubs zu besuchen und mehr über ihre Verbindungen zur Literatur zu erfahren. Die Schauspieler des Dublin Literary Pub Crawl führen Auszüge verschiedener Werke auf, während sie Besucher von Bar zu Bar begleiten, und fügen dabei biografische Details über die Schriftsteller hinzu. Hier wird Wissen vermittelt, aber immer mit Humor. Die Tour beginnt jeden Abend um 19:30 Uhr (das Sommerprogramm beginnt am 1. April) am The Duke in der Duke Street.


    James Joyce Pub Crawl

    John Geraghty und Luigsech Bennett leiten den James Joyce Pub Crawl und bringen private Gruppen mit Voranmeldung zu einer Handvoll von Pubs, die mit Joyce in Verbindung gebracht werden. Die Route variiert je nach Wochentag und je nachdem, wie voll verschiedene Pubs an einem bestimmten Tag voraussichtlich sein werden. „Die Tour vermittelt eine kurze Teilgeschichte der Beziehung von Joyce zu Dublins Pubs“, sagt John, „und vor allem die Freude an den Pubs selbst steht dabei im Vordergrund.“

     

     

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    Dublin Book Festival © Tourismireland

    Abseits des Pubs

    International Literature Festival Dublin

    Jeden Mai an verschiedenen Orten der Stadt; ilfdublin.com

    Bloomsday

    Eine jährlich stattfindende Feier des Lebens und Werks von James Joyce, die jedes Jahr am 16. Juni stattfindet; bloomsdayfestival.ie

    Dalkey Book Festival

    Irische und internationale Autoren kommen in Strömen zu diesem lebendigen jährlichen Festival im Juni in das hübsche Dorf Dalkey; dalkeybookfestival.org

    Dublin Book Festival

    Jeden November an Veranstaltungsorten in ganz Dublin und online; dublinbookfestival.com

    Dublins literarische Hotspots

    Weitere bedeutende Orte für Literaturliebhaber sind die National Library of Ireland und das Museum of Literature Ireland (MoLI) am St. Stephen's Green.