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Hoppla … Da ist leider etwas schiefgelaufen!

Mein Irland

Sie suchen noch Anregungen? Planen Sie eine Reise? Oder wollen Sie sich einfach nur glücklich scrollen? Wir zeigen Ihnen ein Irland, das nur für Sie gemacht ist.

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    Tee-Time statt Tea-Time:

    Auf ihren Greens überrascht die grüne Insel selbst Irland-Kenner

    Spielt jemand Golf? Ein bisschen? Schon mal ´ne Runde in Irland gespielt? 
    Muss man unbedingt mal probiert haben. Irlands Golfplätze sind längst nicht alle so elitär (und schwer) wie die des Royal Portrush Golf Clubs, wo die traditionsreichen The Open ausgetragen wurden. Im Gegenteil: Fast überall kann man für wenig Geld tolle Anlagen bespielen, ohne Wochen im voraus eine Tee-Time buchen zu müssen. Und hektisch wird es nirgendwo. Was auch daran liegt, dass man den Platz oft für sich allein hat. Es gibt nämlich sehr viele.

    Nehmen wir doch einfach mal den da vorne, irgendwo muss man ja anfangen, dann kann man das auch gleich auf einem Platz machen, der absolut typisch ist. Auch, was das Wetter angeht. Am ersten Abschlag des Murvagh Golf Course im County Donegal im Nordwesten der Insel bläst an diesem Morgen nämlich ein derart kalter Wind, dass jedwede restalkoholische Überbleibsel augenblicklich in alle Himmelsrichtungen verweht werden. Überhaupt ist das ein Tag mit einer Optik wie aus den Instagram-Top-Ten, inklusive laut kreischender Möwen und einem Hauch von Seetang in der Luft. Und der Murvagh Golf Course ist ein Links-Platz wie viele auf der Insel: windzerzaust, hügelig und mit unberechenbaren Greens. Für alle, die ihren Ball nicht schnurstracks geradeaus schlagen können und im Rough landen, hält er ähnliche Demütigungen bereit wie die Battle of the Boyne 1690: Damals sind die irischen Truppen ebenfalls am matschigen Gelände gescheitert.

    Die ersten fünf Fairways ducken sich in einer sanft gewellten Hügellandschaft vor den Böen des Atlantiks, aber dann steht man am Abschlag der #6 und muss erst einmal schlucken, weil sich da plötzlich ein Postkarten-Irland vor einem auftut, samt kleiner weiß verputzter Häuser und noch kleinerer weißer Tupfer, die man wegen der Entfernung aber nicht blöken hört. Und das Meer ist zu sehen, ganz nah, aber auch eine dunkle Wolkenwand am Himmel darüber. Leider ebenfalls ganz nah. 

    Wenn das Wetter einigermaßen mitspielt, kann man im sommerlichen Irland übrigens auch locker zwei Runden pro Tag unterbringen, plus ausgedehnte Mittagspause – es ist um 5 Uhr morgens hell und um 22 Uhr noch immer. Und da es überall im Land Plätze gibt, bekommt man auch dann einiges zusammen, wenn man nur ein paar Tage unterwegs ist. Oder nur ab und an eine Runde spielen möchte. Zum Beispiel auf dem Platz des Narin & Portnoo Golf Clubs, ebenfalls in Donegal. 

    Der liegt da, wo Irland zu Ende ist, zumindest das Irland der asphaltierten Straßen und der Mobilfunknetze. Und er ist so, wie Golf früher einmal überall war, bevor Clubsekretärinnen mit der Grandezza beleidigter Hofdamen und 75-jährige Männer in roséviolettfarbenen Karopullundern fast überall das Regiment übernommen haben. Keine Tee-Time reserviert? Kein Problem, spielt einfach los! Und kommt doch nach der Runde noch auf eine Portion Fish&Chips vorbei, unser Greenkeeper war heute früh schon mit der Angel draußen.

    Draußen bläst ein Wind die Wolken auseinander, die Wellen klatschen gegen die Küste, und für einen Augenblick glitzert der Strand weiter vorne wie Sternenstaub. Die Fairways dagegen sehen aus, als hätte eine Legion unterirdisch ackernder Kobolde sie mit ihren Fäusten nach oben ausgebeult. Kein Grün ist auch nur halbwegs eben. Nach drei Löchern fehlen einem vier Bälle, aber das spielt überhaupt keine Rolle. Weil man das Meer riechen kann, wenn man tief einatmet, das Meer und den Tang und den Rauch eines Torffeuers irgendwo weiter weg. Weil man sich dabei ertappt, wie man leise vor sich hinsingt. Weil sich die Bälle in einen Himmel schrauben, der endlos erscheint. Weil man wieder einmal denkt, dass dieses Irland wohl so ziemlich das Beste ist, was man als Land werden kann. Auch für Golfspieler.